2010
Werkbrief I 2010
Werkbundversammlung und Werkbundtag 2010 werden als je eigenständige Veranstaltungen durchgeführt. Dadurch erfahren beide Anlässe eine deutliche Aufwertung. Die Werkbundversammlung 2009 im Gewerbemuseum Winterthur war ein Versuch, den statutarischen Pflichten wohl nachzukommen, aber die gewohnten Pfade der Vereinsversammlung zu verlassen und den Mitgliedern eine attraktivere Veranstaltung zu bieten – eine Plattform nicht zuletzt für die Ortsgruppen, die erstmals ausführlich ihre Veranstaltungen dem gesamten Werkbund präsentieren konnten.
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Der Versuch ist geglückt, und so soll das Konzept im kommenden März nicht nur erneut – und durchaus ausgefeilter – zur Anwendung kommen, vielmehr wagen wir in diesem Jahr ein weiteres Experiment: Werkbundtag und Werkbundversammlung sollen als je eigenständige Veranstaltung durchgeführt werden. Weshalb ein weiteres Experiment? Seit Jahren haben sowohl die Werkbund- Versammlung mit einer vollen Traktandenliste als auch der Werkbundtag mit Schlag auf Schlag folgenden Referaten und Präsentationen zu kämpfen. Das ist einerseits erfreulich, denn es spiegelt auch die gesteigerten Aktivitäten in verschiedenen ThemenBewährtes neues Konzept: Überaus gut besuchte Werkbundversammlung 2009 in Winterthur.
Werkbrief II 2010
Die Werkbund-Versammlung 2010 findet am 27. März um 12 Uhr 30 im Museum Franz Gertsch in Burgdorf statt. Wir laden unsere Mitglieder ganz herzlich ein zur Werkbund-Versammlung im Franz Gertsch Museum in Burgdorf. Die statutarischen Dinge wurden fristgemäss verschickt; also soll auch noch einmal der Ort beleuchtet werden, in dem wir zu Gast sein werden:

Burgdorf, das ist der Ort am «Tor zum Emmental», dicht bei den Orten von Gotthelfs Romanen gelegen: Johann Heinrich Pestalozzi war vier Jahre hier, und der jenische Schriftsteller Albert Minder lebte in Burgdorf. Der Maler Max Buri stammt ebenso aus Burgdorf wie die Sängerin Lisa della Casa, der Komponist Hermann Haller, Endo Anaconda vom «Stillen Haas» oder der Filmer Franz Schnyder – mit dem wir dann wieder bei Gotthelf wären. Einige der überregional bekanntesten Stätten und Ereignisse sind das Museum Franz Gertsch und die alle zwei Jahre stattfindenden Burgdorfer Krimitage (die nächsten ab dem 30. Oktober). Das Museum Franz Gertsch, Ort der diesjährigen Werkbund-Versammlung.
Wer «Burgdorf» sagt, muss natürlich auch «Museum Franz Gertsch» murmeln, jenes Museum, das ganz dem grossen Fotorealisten unter den Schweizer Malern gewidmet ist. Und hier ist auch die angemessene Umgebung für unsere Werkbund-Versammlung. Den hungrigen Seelen, die den Weg unter Schusters Rappen genommen haben, offeriert der SWB vor der Versammlung – der Region angemessen – Zopf und Käse.
Lesen Sie den ganzen Beitrag und weitere Artikel im Werkbrief II/2010.
Werkbrief III 2010
Etwas säuerlich lächelnd sieht er schon aus, der Monsieur Voltaire, und unter ihm befinden sich der Briefkasten von Hansi Hinterseer und ein Feuerlöscher. Ob das eine mit dem anderen und alles zusammen etwas mit der Mister-Schweiz- Wahl zu tun hat, die auch am 8. Mai stattfinden wird? Kann es wirklich nur Zufall sein, dass an genau demselben Tag auch die Trachtenweihe des Jodelclubs Scheidegg stattfindet?

Fragen über Fragen. Dann halten wir uns doch lieber an den Pariser Philosophen, und mit ihm laden wir Sie herzlich in sein gegenwärtiges Domizil ein für ein paar Antworten am Werkbund-Tag 2010 Samstag 8. Mai 2010, 10:40 Uhr bis 18:45 Uhr im Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, 8001 Zürich. Immerhin hatte François Marie Arouet (so hiess Voltaire wirklich) Anteil am Ausrufen eines Gesellschaftsidols, das Menschenrechte auf die Tagesordnung setzte und Gleichheitserwartungen weckte, die es seit rund 250 Jahren nicht verwirklichen kann.
Insofern sehen wir mit der internationalen Finanzkrise keine wirklich neuen Phänomene, auch wenn wir das Gefühl haben, dass sich Politik und Kultur in der Welt von ihrer normativen Ordnung gelöst zu haben scheinen. Doch daran kann auch der kluge Autor des Dictionnaire Philosophique und des Romans Candide nichts ändern. Seine frische Art, die Dinge zu betrachten, und das, was nicht mehr zusammenpasst, nach ihren Zusammenhängen zu befragen, Monsieur Voltaire im Zürcher Dada Haus – schielt er wirklich?
Lesen Sie den ganzen Artikel zum Werkbundtag 2010 – und weitere Beiträge – im Werkbrief III/2010
Werkbrief IV 2010
So viel Aufwand und schon vorbei – das war er also, der Werkbund-Tag 2010, rundum amüsant, ansprechend, witzig, sportlich (Stadtspaziergang!), Getränke und Ernährung liefernd, und zudem und nicht zuletzt intellektuell belebend …

«BlickMal» hiess das Thema, das in diesem Zusammenhang nicht nur visuell gemeint war; mehr als nur ein menschlicher Sinn wurde in Anspruch genommen. Wesentlich waren natürlich die Beiträge unserer Referentinnen und Referenten an der von Iwan Raschle und Vinzenz Reist moderierten Veranstaltung. Ein kleiner Bilderbogen von Bernd Nicolai bis zur Gruppe Hornroh soll Ihnen einen ersten Eindruck von diesem überaus angenehmen Werkbund-Tag geben. Im nächsten Werkbrief wird eine umfassende Berichterstattung durch Su Jost erfolgen, und in rund zwei Monaten werden wir Ihnen in unserer neuen Broschürenreihe «Werkdruck» einen zusammenfassenden Bericht geben können.
Lesen Sie den ganzen Beitrag – und weitere Artikel – im Werkbrief IV/2010.
Werkbrief V 2010 (Werkbundtag)
«… and the man of Geist uill see, will sehen, will reisen om to see …»
Objekte, Dinge, Sächelchen, Bilder, Gemälde, Plakate, Manifeste, Aussagen, Schicht um Schicht inszeniert und hingeworfen, übereinander, nebeneinander, durcheinander – im Voltaire gibt es keinen Winkel, in dem der Blick ins Leere zu fallen droht. Ein ideales Trainingsgelände für entdeckendes Sehen und Grund genug, sich genauer anzuschauen, was den Werkbund mit diesem Ort verbindet.
Von Wasser und Feuer
Was macht der Werkbund im Cabaret Voltaire? Professor Bernd Nicolai, Dozent für Kunstgeschichte an der Universität Bern, begab sich zum Auftakt der Tagung auf eine Spurensuche nach den Verbindungen zwischen Dada und Werkbund. Als sehr unterschiedliche Bewegungen ihrer Zeit, schien eine verbindende Begegnung der beiden zunächst eher unwahrscheinlich. Denn, so Nicolai: «Werkbund und Dada, das ist Wasser und Feuer.» Einerseits Wasser, der Werkbund, als gesetzte Reforminstitution 1907 in München, 1910 in Wien und 1913 in Zürich gegründet, auf der anderen Seite das Feuer, Dada, das wilde Kind, dem nichts ferner lag, als einen Beitrag zur grossbürgerlichen Kulturreform zu leisten, und das 1916 mit der Gründung des Cabaret Voltaire in Zürich aus der Taufe gehoben wurde.
Lesen Sie den gesamten Rückblick von Su Jost – und weitere Artikel im Werkbrief V 2010.
Werkbrief VI 2010
Der SWB wird 100 und schaut in die Zukunft – Einladung zum SWB-Workshop vom 18.9.2010 in Bern
Es ist wieder soweit: Der Werkbund macht Workshop! Wie immer schauen wir in die Zukunft, diesmal aber besonders, denn der SWB feiert ein Jubiläum.2013 werden wir 100, und ein ganzes Jahrhundert ist ein guter Anlass, unsere Vereinigung auch nach ihrem bisherigen Leben zu befragen.
Ein Blick in die von SWB und BSA herausgegebene Zeitschrift «Das Werk» zeigt bereits im ersten Jahrgang (Heft 1, 1914) das Bestreben, moderne Ausdrucksformen miteinander zu verknüpfen. Munter versammelt sich ein Konglomerat unterschiedlichster Gestaltungsformen. Noch ist man weit entfernt vom normativen Anspruch, wie ihn Bauhaus-Siedlungen und gute Form verkörpern. Folgerichtig schreibt die Redaktion im Editorial: «Unsere Zeitschrift will auf jedem Betätigungsfeld zu künstlerischem Schaffen anregen und will jegliches künstlerische Schaffen zur Geltung bringen. Sie will damit der Kunst neue Felder erschliessen und dem Gewerbe und Handwerk den Weg zur Kunst öffnen. Sie will überall, wo künstlerisches Streben am Werke ist, als Vermittler dienen. Darin sucht sie die eine und vornehmste Aufgabe.»

Diesen und weitere Artikel finden Sie im Werkbrief VI 2010 (PDF)
Werkbrief VII 2010

Gestaltung und kulturelle Aktivität können nicht einfach mit anderen Teilen des Lebens in den Dialog treten, sondern müssen sich inzwischen generell in Franken und Rappen ummünzen lassen. Dagegen wedelt die Bauernlobby – wie man wieder im Nationalrat sehen konnte – nur einmal mit dem Kuhschwanz, um sofort mehr Geld zu bekommen. Hier soll nicht der Sinn für ökonomisches Denken in Frage gestellt werden, aber doch eine Haltung, die bei der Kultur nur noch nach reinen marktwirtschaftlichen Kriterien misst. Mehr Milch, muss man fast sagen (Goethe hatte noch «mehr Licht» gefordert – ist aber dann auch prompt gestorben …)
Das Stichwort heisst Lobby: Der SWB fängt an, das Seine dafür zu tun. Wir intensivieren die Kontakte zu Partnerorganisationen und zur Öffentlichkeit. Die Ortsgruppen des SWB waren 2010 ausserordentlich rührig, statt einer nationalen Versammlung hatten wir mit Werkbundversammlung und Werkbund-Tag sogar deren zwei (in Burgdorf und in Zürich), und mit unseres Workshops im September haben wir ein strategisches Planungsforum geschaffen, das allen interessierten Mitgliedern offen steht.


